Die nächsten Lehrgänge

Datum Ort
20.05 Braunschweig / Rautheim
21.05 Königslutter

Premieren über Premieren

Der dritte MAMD Lehrgang des laufenden Jahres war für mich, wie für einige andere Teilnehmer Neuland. Seit gerade mal 4 Monaten übe ich mich in Geduld beim Erlernen der unzähligen Techniken im Modern Arnis. Noch bin ich kein Mitglied im MAMD, die Betonung liegt auf „noch“. Umso besser fand ich die Gelegenheit das Prozedere und auch andere Arnisfreunde aus den verschiedenen Dojos, bei einem Lehrgang aus der Zuschauerperspektive kennenlernen zu dürfen.

Nach einer sehr körperbetonten Erwärmung, mit zahlreichen Tiernachahmungen, durch Torsten Zumpf vom gastgebenden Dojo Leipzig, waren alle Muskeln der 13 Kampfkünstler gut erwärmt und bereit für die kommenden Übungen. Nach der ganzen Hopserei folgte ein waffenloses 1:1. Im Anschluss teilte Instructor Maic Andrée (5.Dan) die Lehrgangteilnehmer nach Fortgeschrittenen und Anfängern ein. Diese Aufteilung veränderte sich während des gesamten Lehrganges nicht. Nun konnte der Hauptteil folgen.

Thema war „Mano Mano und Abanico in Anwendung“. Was das zweite Wort überhaupt bedeutet, musste ich vor Beginn bei meinen Dojokollegen erfragen. Peinlich? Nee, ich kann doch noch nicht alles wissen und erhoffte mir durch das visuelle Lernen Aufklärung. Nur um es jetzt schon vorweg zu nehmen, danach war ich schlauer. Im Prinzip war der Unterschied zwischen den beiden Gruppen nur der Schwierigkeitsgrad, so weit ich das beurteilen konnte. 6 verschiedene Mano Mano Blöcke gegen den geraden Fauststoß wurden geübt. Gleich im Anschluss folgten fortlaufende Ellenbogentechniken. Die erfahrenen Teilnehmer befreiten sich aus dem von hinten erfolgten Würgegriff und perfektionierten dies durch eine Folgetechnik. Nach so viel Technik und meiner ganzen Knipserei knurrte auch mein Magen. Stefanie vom Dojo Leipzig, rutschte verletzungsbedingt in die Rolle der Kaffee kredenzenden Gastgeberin und zauberte mit allerlei leckeren Gaben der Leipziger Trainingskollegen ein vollmundiges Gedeck.

Nach der Völlerei folgte der zweite Thementeil. Beim Abanico durften die mitgebrachten Trainingsgeräte aus Rattan in die Hand genommen werden. Gelehrt wurden verschiedene Varianten und Distanzen, um dann folgend diese neuen Techniken um den Partner herum zu vollziehen. Schön war für mich all die drehenden Stöcke und Körper anzusehen. Allmählich fiel mir auf, wie die Konzentration nach 5 Stunden Übung bei vielen nachließ. Zum krönenden Abschluss des Lehrganges konnten ausgewählte Schüler, beim Lehrgangsleiter, ihr neu erworbenes Wissen vortragen bzw. in Bewegung zeigen. Der 13 Teilnehmer zählende Lehrgang brachte 4 Prüflinge hervor. Ob es nun Zufall oder langgeplante Absicht des Lehrers war, bleibt ein Geheimnis. Da zeitgleich zum MAMD Lehrgang ein weiteres Seminar in der Leipziger Trainingsstätte war, konnte der Prüfungstrupp nicht die Halle wechseln, sondern musste im selben Raum das Prüfungsprogramm ablegen, während alle anderen weiter trainierten. Ausgestattet mit viel Wissen, hohem Puls und einem Quäntchen Glück zeigten Matthias und Martina das sie es verdient hatten, endlich einen Gürtel zu tragen.
Für ihre gezeigten Leistungen dürfen Andy und Steve, ihre bereits erworbene Gürtelfarbe durch einen kleinen schwarzen Streifen aufpeppen. Freudestrahlend und teilweise mit glasigen Augen wurden die Urkunden für die sehr guten Prüfungsleistungen, im Beisein der applaudierenden Teilnehmer, verliehen.
Was kann ich rückblickend und zusammenfassend sagen? Ich freue mich nach all den gesammelten Erfahrungen des Tages auf meinen ersten Lehrgang. Da ich ein sehr praktisch denkender und handelnder Mensch bin, habe ich sehr viel Gefallen an dem Thema des Lehrganges gefunden. Alles war sehr auf die Realität ausgerichtet. Das Miteinander aller Schüler, egal ob Anfänger, Danträger oder Instructor war sehr fair und herzlich. Ich glaube ich habe letztes Jahr eine richtige Entscheidung getroffen und kann mich in der Modern Arnis Familie wohl fühlen.

Einige Bilder vom Lehrgang können in unserer Galerie 2015 angesehen werden.


Text und Bilder: Yvonne Glöde